Von der Arbeitsgruppe zum Spitzenteam

Praxistipps von Werner Vetter: Was Sie über Teamentwicklung wissen sollten!


 

Wildgänse legen jedes Jahr enorme Strecken zurück. Dabei fliegen sie nicht einzeln oder in lockeren Gruppen, sondern in fester V-Formation. So erzeugt jede Gans mit ihrem Flügelschlag Auftrieb für die folgenden Gänse, die ganze Schar zusammen fliegt mit 71 Prozent mehr Flugkapazität als jede für sich: ein Beispiel für gelungene Teamarbeit, von dem Führungskräfte lernen können.

Denn auch Menschen erreichen Ziele schneller und leichter, wenn sie ihre Ausrichtung und Interessen teilen, ein Gemeinschaftsgefühl haben und auf gegenseitige Unterstützung zählen können – vorausgesetzt, ein paar wichtige Kriterien sind erfüllt:

Das Wichtigste in Kürze: 5 Prinzipien erfolgreicher Teamarbeit

◾Faktencheck: Wollen wir wirklich Teamarbeit?
◾Klare Ziele, klare Führung, klare Rollen: So sehen Siegerteams aus
◾Delegieren reicht nicht: Macht die Führungskräfte fit für Teamarbeit!
◾Tun statt reden: Teamspirit will erfahren werden
◾Teamkultur braucht Pflege: Halten Sie das Feuer der Begeisterung am Brennen!

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – wirklich?

In Teamarbeit geht vieles besser – aber längst nicht alles. Und sie kostet mehr Zeit und Aufmerksamkeit als schlichte Arbeitsgruppen, weil sie nicht einfach delegiert werden kann, sondern intensiv begleitet werden muss. Deshalb sollten Sie als Führungskraft prüfen, wo Teamarbeit wirklich sinnvoll und notwendig ist. Das ist immer da der Fall, wo das Ergebnis besser wird, wenn unterschiedliche Charaktere, Sichtweisen und Talente ins Spiel kommen: Verderben viele Köche eher den Brei – oder ist das Ganze hier mehr als die Summe seiner Teile?

Welche Rolle spielen Rollen?

Haben Sie diese Grundsatzfrage für sich geklärt, können Sie Teamarbeit einführen und die Voraussetzungen schaffen, dass sie funktioniert. Dafür braucht es klare Führung und vor allem: klare gemeinsame Ziele und den Willen, sie gemeinsam zu erreichen. Diesen Teamspirit zu wecken und immer wieder anzufachen ist Ihre wichtigste Aufgabe als Teamleiter – die leider oft im Tagesgeschäft untergeht. Teams haben eine ganz eigene Dynamik. Damit die nicht aus dem Ruder läuft, ist es wichtig, die verschiedenen Rollen im Team zu verstehen und richtig zu besetzen: Wen brauche ich als Angreifer, der die anderen vorwärts treibt? Wer sorgt als „Bedenkenträger“ dafür, dass wir nicht übers Ziel hinausschießen? Wer bringt mit seinem ausgleichenden Temperament Ruhe ins Spiel? Teams sind dann erfolgreich, wenn der Einzelne seine Fähigkeiten entfalten kann und gleichzeitig die verschiedenen Charaktere optimal zusammen spielen. Deshalb sollten Sie den Rollenaspekt bei der Besetzung Ihres Siegerteams genauso beachten wie die fachliche Qualifikation.

Macht die Führungskräfte fit für Teamarbeit!

Nicht allen Führungskräften fällt das leicht. Viele sind im operativen Geschäft stark eingespannt, an Delegieren von oben nach unten gewöhnt oder haben selbst nie Führen als Teamleader erlebt und gelernt. Dann ist es wichtig, sie fit zu machen, damit sie Teamarbeit erfolgreich einführen und begleiten können. In einem 2-tägigen Training lassen sich die wichtigsten Grundprinzipien zu Rollen, Teamdynamik, Kommunikationstools und Konfliktmanagement vermitteln und eine klare Vorstellung von der eigenen Teamleiterrolle und ihren besonderen Aufgaben und Herausforderungen entwickeln. Eine überschaubare Investition, die sich bezahlt macht, denn nur ein Chef, der sich als Moderator, Ideengeber und integraler Bestandteil des Teams begreift, wird Reibungsverluste minimieren und sein Team zu gemeinsamen Höchstleistungen führen können.

Teamspirit will erfahren werden
Das gilt natürlich auch für das Team selbst: Es muss sich finden, als Team erleben und ein klares Verständnis der verschiedenen Rollen, aber auch der gemeinsamen Ziele entwickeln. Dafür braucht es mehr als Wissensvermittlung per Powerpoint. Am besten geht das abseits von Arbeitsalltag und Tagesgeschäft im Erfahrungsraum Natur. Durch intensive persönliche Erlebnisse und eigenes Tun finden die Teilnehmer zum Beispiel im Outdoor-Training einen Umgang mit Entscheidungsfindung, konstruktiver Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung und können diese Erfahrungen mit Hilfe eines erfahrenen Trainers anschließend auf den Arbeitsalltag übertragen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse reichen viel tiefer als rein kognitiv erworbenes Wissen und lassen das Team auch schwierige Strecken gemeinsam meistern – umso mehr, wenn diese Erfahrungen regelmäßig wieder aufgefrischt werden, zum Beispiel beim jährlichen Teamtraining statt des üblichen Betriebsausflugs. Soll das Team auf Dauer für die gemeinsamen Ziele brennen, muss man das Feuer der Begeisterung immer wieder aufs Neue schüren.

Ausblick: Raus aus der Burnout-Falle!
Gerade Spitzenteams, die hohe Leistung bringen, stehen unter enormem Druck. Der kann überfordern und in den Burnout führen – oder beflügeln und zu beeindruckenden Ergebnissen motivieren. Wie man das erste vermeidet und das zweite erreicht, erfahren Sie im nächsten Beitrag am 21. April bei...

B4B Schwaben - Mensch & Unternehmen: Gastautor Werner Vetter

Foto: Bartłomiej Szewczyk / iStock / thinkstock


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