Grüner Trend vs. schwarze Zahlen

Praxistipps von Werner Vetter:
Nachhaltigkeit – Modewort oder Erfolgsfaktor für Ihre Zukunft?

CSR Maßnahmen
 

Nachhaltigkeit ist seit einigen Jahren in aller Munde – so inflationär, dass das Thema vielen bereits zum Halse heraus hängt. Schade, denn was Gefahr läuft, als kurzlebiger Modetrend abgetan zu werden, hat das Potenzial zum langfristigen Erfolgsfaktor für die Zukunft Ihres Unternehmens. Vorausgesetzt, Sie gehen bei der Einführung und Umsetzung ebenfalls nachhaltig vor.

Das Wichtigste in Kürze:


◾ Das haben Sie davon: Wie Nachhaltigkeit Wettbewerbsvorteile verschafft
◾ Außen grün, innen hohl? Etikettenschwindel lohnt sich nicht
◾ Gut ist, was allen nützt: So wird Nachhaltigkeit zur Win-Win-Situation
◾ Worte überreden – Taten überzeugen: Nachhaltigkeit muss man erleben

Das haben Sie davon!
Immer mehr Konsumenten legen Wert auf nachhaltig hergestellte und gehandelte Waren oder Dienstleistungen. Shitstorms im Internet oder Absatzrückgänge nach negativen Schlagzeilen in der Presse zeigen, dass es sich Unternehmen nicht mehr leisten können, sich über dieses veränderte Bewusstsein hinwegzusetzen. Und während Kunden, die ihre Kaufentscheidungen ausschließlich am Preis festmachen, weiterziehen, sobald ein billigerer Anbieter auf dem Markt ist, bleiben die, die aus Überzeugung bei einem Anbieter einkaufen, diesem länger treu. Auch Arbeitnehmer legen bei der Wahl ihres Arbeitgebers immer mehr Wert darauf, dass der nicht nach dem Prinzip „nach mir die Sintflut, Hauptsache die Rendite stimmt“ wirtschaftet. Nachhaltigkeit kann also für Unternehmen, denen die eigene mittel- und langfristige Zukunft am Herzen liegt, wichtige Wettbewerbsvorteile sichern – bei Image und Absatz ebenso wie beim Finden und Binden von Fachkräften.

Außen grün, innen hohl?
Das funktioniert aber nur, wenn Sie es damit wirklich ernst meinen. Heute steht auf der Website fast jedes Unternehmens irgendwo das Wort „Nachhaltigkeit“ – doch längst nicht immer ist auch drin, was draufsteht. Leere Lippenbekenntnisse aber kommen beim Kunden gar nicht gut an und werden in Zeiten von Internet und internationaler Vernetzung schnell entlarvt. Der Imageschaden, der bei dieser Art Verbrauchertäuschung entsteht, ist oft weitaus größer als die Kosten, die entstehen, wenn Sie Nachhaltigkeit ernsthaft einführen und umsetzen.

Gut ist, was allen nützt!
Denn auch mit Kleinigkeiten lässt sich viel erreichen – nicht von heute auf morgen, aber auf lange Sicht. Stellen Sie Ihre internen Abläufe und Prozesse auf den Prüfstand, um herauszufinden, wo es in den drei Säulen von Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – Optimierungspotenzial gibt. Je nach Ausrichtung und Tätigkeit Ihres Unternehmens kann das ganz Unterschiedliches zutage fördern: etwa Transportwege, die verkürzt werden können, Energie- oder Wasserverbrauch, der sich reduzieren lässt, oder Arbeitszeitmodelle, die flexibilisiert und den Bedürfnissen der Mitarbeiter besser angepasst werden können. Vieles lässt sich so umsetzen, dass es der Umwelt, den Mitarbeitern und dem Unternehmen gleichzeitig zugute kommt, zum Beispiel, wenn sich Ressourcen einsparen oder Abläufe optimieren lassen. Gut durchdacht und intelligent umgesetzt, kann Nachhaltigkeit an vielen Stellen zur Win-Win–Situation werden.

Soll das langfristig gelingen, braucht es eine unternehmerische Entscheidung, und zwar von ganz oben. Verankern Sie Nachhaltigkeit als feste Größe in den Unternehmenszielen, gleichberechtigt neben anderen Zielen wie der Gewinnerwirtschaftung. Das klingt vielleicht radikal, aber immerhin geht es hier um ein wichtiges strategisches Thema, nämlich die Wettbewerbs- und Marktfähigkeit Ihres Unternehmens in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

Worte überreden – Taten überzeugen!
Genauso wichtig: Holen Sie das Thema Nachhaltigkeit raus aus Arbeitsgruppen, Führungskreisen und Expertengremien und machen Sie es vom Spezialistenthema einiger Eingeweihter zum Herzensprojekt für alle Mitarbeiter. Wie das geht? Sicher nicht mit Vorträgen über Kernzahlen, Verbrauchsdaten und Zertifizierungsaudits. Damit erreichen Sie bestenfalls die Hirne, aber nicht die Herzen Ihrer Mitarbeiter. Und die brauchen Sie, damit Nachhaltigkeit vom Modewort zum gelebten Unternehmenswert werden kann. Machen Sie sie erfahrbar, am besten durch gemeinsame Aktivitäten und Projekte, die soziale und ökologische Aspekte mit den Zielen und Werten Ihres Unternehmens verbinden. Das kostet weniger, als Sie denken, und zahlt sich aus, weil es überzeugt, begeistert und funktioniert und ganz nebenbei die Motivation, den Teamgeist und das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter stärkt.

Das gleiche gilt natürlich auch nach Außen: Informieren Sie Ihre Kunden, dass Nachhaltigkeit zu Ihren Unternehmenswerten und –zielen gehört und wie Sie diese leben. Nehmen Sie das Thema als festen Bestandteil in Ihre Kommunikations- und Marketing-Aktivitäten auf und wenn möglich: Lassen Sie es Ihre Kunden selbst erleben, zum Beispiel, indem Sie einen Tag lang gemeinsam einen Bergwald aufforsten und dafür eine langfristige Patenschaft übernehmen. Auch hier gibt es passende Veranstaltungsformate, die individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnitten werden können und nicht mehr kosten als klassische Vertriebs- oder Werbeveranstaltungen, aber nachhaltig mehr bewegen.

Mit all dem retten Sie nicht die Welt, aber Sie leisten Ihren Beitrag: zu Ihrem eigenen Nutzen genauso wie dem von Natur, Umwelt und Gesellschaft und so, dass es für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger erwarten Verbraucher und Arbeitnehmer von Unternehmen, an die sie sich als Kunden oder Mitarbeiter binden.

Hier erfahren Sie mehr zur gelebten Nachhaltigkeit bei faszinatour.


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