Vom Lernen müssen - zum Lernen wollen!

Praxistipps von Werner Vetter:
5 Tipps, wie Sie Ihre Personalentwicklung zukunftsfähig machen.


 

Lange funktionierte berufliche Fortbildung nach dem Führerscheinprinzip: Man lernte sein Pensum, bestand die Prüfung und wendete das erworbene Wissen die nächsten Jahrzehnte an. Heute kommen Unternehmen damit nicht mehr weit. Gefragt ist Personalentwicklung, die fit macht für eine Zukunft, in der immer schnellerer Wandel ein Dauerzustand ist. Ihr Weg zum Erfolg: weg vom Lernen müssen, hin zum Lernen wollen.

Das Wichtigste in Kürze: 5 Tipps für eine zukunftsfähige Personalentwicklung

1. Fragen Sie nicht nur nach dem Bedarf, sondern nach dem Potenzial.
2. Lernen Sie die Talente Ihrer Mitarbeiter kennen.
3. Gehen Sie aktiv auf die Mitarbeiter zu.
4. Machen Sie Lernen zur Belohnung.
5. Kommen Sie vom miteinander Reden ins miteinander Tun!

Erfolgreiche Personalarbeit ist Personal-Entwicklung
Ob Call Center oder Fertigungsbetrieb – die Arbeitsbedingungen wandeln sich seit Jahren rasant: Globalisierung und Internationalisierung nehmen zu, Abläufe werden immer komplexer und vernetzter, die technologische Entwicklung immer schneller. Damit Mitarbeiter hier auf Dauer Schritt halten können, braucht es mehr als fachliche Qualifikation: Es braucht die Bereitschaft, lebenslang dazuzulernen und sich den Veränderungen immer aufs Neue anzupassen. Klassische Personalarbeit nach dem Prinzip „Bedarf klären, Potenzial erheben, Maßnahmen anbieten“ kommt da schnell an ihre Grenzen. Erfolgreiche Personalarbeit der Zukunft ist immer Personalentwicklung, die Menschen die Gelegenheit gibt, sich zu entwickeln – und zwar, weil sie wollen und nicht, weil sie sollen.

Fünf Tipps helfen Ihnen dabei, die Lernbereitschaft der Mitarbeiter zu aktivieren:

1. Fragen Sie nicht nur nach dem Bedarf, sondern nach dem Potenzial.

Menschen lernen am liebsten, wenn sie dabei ihre Fähigkeiten nutzen und entfalten können – am besten über das berufliche hinaus. Aber wissen Sie wirklich, welches Potenzial in Ihren Mitarbeitern steckt? So mancher Schatz wird nie geborgen, weil keiner von ihm weiß. Deshalb lohnt es sich, nicht nur zu fragen: Was brauchen wir jetzt oder in nächster Zukunft? Sondern auch: Was haben wir alles, was wir nutzen können – und damit einen Bedarf von morgen decken, den wir heute noch gar nicht kennen?

2. Lernen Sie die Talente Ihrer Mitarbeiter kennen.
Wie man das macht? Am besten, in dem man in einen Austausch kommt. Dazu eignen sich Foren oder interaktive Plattformen besonders gut. Richten Sie ein Vorschlagswesen ein und stellen Sie das Fortbildungsangebot Ihres Unternehmens nicht einfach in eine Datenbank, sondern geben Sie den Mitarbeitern die Gelegenheit, zu kommentieren und zu kommunizieren. So erfahren Sie nicht nur, welche Fortbildungen am besten funktionieren, sondern auch, was die Mitarbeiter interessiert und was sie selbst gerne lernen möchten, um ihre vorhandenen Talente auszubauen.

3. Gehen Sie aktiv auf die Mitarbeiter zu.
Warten Sie als Führungskraft nicht ab, bis die Personalabteilung eine Fortbildung vorschlägt oder ein Mitarbeiter gezielt danach fragt: Machen Sie sich selbst Gedanken, welche derzeit noch verborgenen Talente in Ihren Mitarbeitern schlummern, von denen das Unternehmen profitieren könnte, und sprechen Sie sie aktiv darauf an. Mut machen und motivieren sind die wichtigsten Aufgaben einer guten Führungskraft – gerade beim Thema Personalentwicklung!

4. Machen Sie Lernen zur Belohnung.
Wer 40 Wochenstunden im Büro sitzt, dem wird die Aussicht auf zwei Tage in einem Seminarraum kaum Begeisterung entlocken – auf zwei Tage in einer Berghütte schon eher. Soll heißen: Schaffen Sie eine Lernumgebung, in der die Mitarbeiter Lernen nicht als lästige Pflicht, sondern als Belohnung und Wertschätzung erleben. Das kostet auch nicht mehr als klassische Formate, schafft aber ein Setting, in dem ganz neue Lernerfahrungen möglich werden – Soft Skill-Training und Teamentwicklung inklusive.

5. Kommen Sie vom miteinander Reden ins miteinander Tun!
Viele Fortbildungsinhalte bleiben – bestenfalls – im Kopf, und das oft auch nicht lange. Ohne persönliche Erfahrung und aktives Erleben wird das Neue bald wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht. Doch es geht auch anders. Sie wollen Nachwuchsführungskräfte zum Thema Networking-Kompetenzen schulen? Dann können Sie sie ins Seminarhotel zu einem Facebook-Lehrgang schicken – oder in eine Unterkunft mit Selbstbewirtschaftung, wo sie gemeinsam Aufgaben lösen, die nur perfekt vernetzt zu schaffen sind. Im ersten Fall entsteht Fachwissen mit kurzer Halbwertszeit – im zweiten persönliche Erfahrung mit Praxisbezug und Langzeitwirkung.

Gelingt es, Sachthemen mit Motivation, Spaß und gemeinsamen Erlebnissen zu verbinden, nehmen die Teilnehmer nicht nur mehr mit, sondern freuen sich nach der Fortbildung schon auf die nächste – und Sie haben den wichtigsten Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Personalentwicklung geschafft: weg vom Lernen müssen, hin zum Lernen wollen.

Foto: kzenon / iStock / thinkstock


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